Schutzkonzept

Im Seminar Freiburg arbeiten wir im engeren Sinne mit Erwachsenen und im weiteren Sinne mit Kindern.

Kinderschutz und Gewaltprävention sind Grundlagen in den Modulen zu neuen Handlungskonzepten unseres verpflichtenden Ausbildungs-Curriculums und werden in der Praxisausbildung in den Schulen aktiv gelebt.

Das Waldorflehrerseminar versteht sich als Ort der Bildung, der Persönlichkeitsentwicklung und der verantwortungsvollen Begegnung. Grundlage unserer Arbeit ist die Achtung der Würde und Freiheit jedes Menschen. Lernen und gemeinsames Arbeiten können nur dort gelingen, wo Menschen sich sicher fühlen, ihre persönlichen Grenzen geachtet werden und ein Klima von Vertrauen, Transparenz und Verantwortung auf Augenhöhe besteht. Aus diesem Verständnis heraus verpflichtet sich das Seminar zu einer aktiven Prävention von Grenzverletzungen, Machtmissbrauch und sexualisierter Gewalt.

Das Schutzkonzept dient dem Schutz aller, die ihren Weg zu uns finden. Es umfasst Maßnahmen zur Prävention, Intervention und Aufarbeitung und orientiert sich an den Empfehlungen des Bundes der Freien Waldorfschulen sowie an aktuellen fachlichen Standards zum institutionellen Gewaltschutz.

Die pädagogische Arbeit am Seminar ist geprägt von intensiven Begegnungen, biografischen Lernprozessen, künstlerischer Arbeit und persönlicher Entwicklung. Gerade darin liegen besondere Chancen, aber auch besondere Verantwortlichkeiten. Pädagogische Beziehungen dürfen niemals ausgenutzt werden. Nähe und Distanz müssen bewusst gestaltet und Machtverhältnisse reflektiert werden. Jede Form körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt sowie jede Form diskriminierenden oder entwürdigenden Verhaltens widerspricht dem Selbstverständnis des Seminars.

Daher hat sich das Seminar Freiburg entschieden, im Stile des selbstverantwortlichen Lernens auf Augenhöhe die Entwicklung der Seminarteilnehmer zu begleiten. Die Seminarbegleiter sind durch entsprechende Module ausgebildet, eine Reflexionskultur in den Kursen zu etablieren. Nach bestimmten Feedbackregeln werden ständige Evaluationen des Seminaralltages mit den Seminarteilnehmern erhoben. So werden Machtverhältnisse aktiv umgangen und Konfliktsituationen in einem wertschätzenden Rahmen geführt. In Einzelgesprächen fertigen wir Gesprächsprotokolle an und bei Bedarf wird eine professionelle Mediation hinzugezogen.

Mitarbeitende werden in Zusammenarbeit mit den Seminarbegleitern in diese Praxis mit einbezogen und können sich in entsprechenden Modulen fortbilden lassen.

Wir tolerieren keine diskriminierenden Verhaltensweisen auf körperlicher, seelischer oder geistiger Ebene. Wir tolerieren keine Handlungen, die das Gegenüber

verletzen oder abwerten, isolieren, ausgrenzen oder seine Würde verletzen. Wir tolerieren keine Bedrohungen und Gewaltaktivitäten.

Handlungsleitlinie für Beschwerden

Wir möchten Betroffene schützen und stehen ihnen zur Seite. Sollten sich Seminarteilnehmer oder Mitarbeitende sozial unwohl fühlen oder sich Übergriffen innerhalb von Veranstaltungen, Mentoringprozessen, Einzelgesprächen, Prüfungs- und Beurteilungssituationen oder während biografischer und künstlerischer Arbeitsformen, Exkursionen, Gemeinschaftsveranstaltungen, digitaler Kommunikationswege und körperbezogener Unterrichtsformen wie Eurythmie oder Sprachgestaltung ausgesetzt sehen, so können diese sich an die Seminarbegleitung (Vorstand) wenden.

Ist dies nicht möglich, steht eine Beratungsstelle des BdfWS zur Verfügung.

Dieses Schutzkonzept mit diesen Informationen wird den Seminarteilnehmern zusammen mit dem Studienvertrag ausgehändigt. Weitere Hinweise zur Beschwerdestelle finden sich auf der Internetseite des Seminars.

Bei Beschwerden führen wir zeitnahe Gespräche mit den Betroffenen, nach Möglichkeit mit professioneller Begleitung.

Der Seminarvorstand behält sich vor, Studien- oder Übungsleiterverträge bei Schutzkonzeptverletzungen mit Vorankündigung zu kündigen.

Alle Mitarbeitenden und Seminarteilnehmer verpflichten sich mit dem Studienvertrag schriftlich, die Würde und die persönlichen Grenzen anderer Menschen zu achten, Grenzverletzungen entgegenzuwirken und zu einer Kultur des Schutzes, der Verantwortung und des respektvollen Miteinanders beizutragen.